AFTERSCHLIEßMUSKELKRAMPF


Was ist eine Proctalgia fugax?
Unter der Proctalgia fugax versteht man eine anfallsweise auftretendeschmerzhafte Verkrampfung der Beckenboden- und Schließmuskulatur.

Welches sind die Ursachen?
Die Ursachen sind nicht bekannt, in der Regel werden auch keine krankhaften Veränderungen gefunden.

Bei welchen Personen tritt die Proctalgia fugax auf?
Meist bei Personen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Welche Beschwerden treten bei der Proctalgia fugax auf?
Heftige, krampfartige Schmerzen im Bereich des Enddarms, die anfallsweise auftreten und unter Umständen bis ins Becken und den Unterbauch ausstrahlen, sprechen für eine Proctalgia fugax. Die Schmerzattacken treten tagsüber und/oder nachts auf und dauern einige Minuten bis hin zu einer Stunde. Bei starken Schmerzen kann es zu Schwindel, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Brechreiz und sogar zum Kreislaufkollaps kommen. Die Proctalgia fugax kann in unregelmäßigen Abständen von Wochen und Monaten wiederkehren.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Bei der Untersuchung finden sich keine typischen Veränderungen, so dass die Diagnose nur aufgrund der von den Patienten geschilderten charakteristischen Beschwerden gestellt werden kann. Andere Enddarm-Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden.

Muss die Proctalgia fugax behandelt werden?
Nein, denn die Erkrankung ist harmlos. Häufigkeit, Stärke und Dauer der Anfälle nehmen mit dem Alter ab.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Krampflösende Mittel wie beispielsweise Nitroglyzerin, Wärmeapplikation oder Druck mit der Faust auf den After können den Anfall abschwächen. Manchmal ist durch die Behandlung begleitender Enddarm-Erkrankungen eine Beschwerdefreiheit zu erreichen.

Wie kann ein erneutes Auftretender Anfälle vermieden werden?
Es gibt keine gesicherten Möglichkeiten, einem Anfall vorzubeugen.

An welchen Arzt kann man sich wenden?

Vorzugsweise an einen Proktologen (Enddarmspezialisten).

Diese Informationen sind kein Ersatz einer Beratung oder Behandlung durch den Arzt. Der Inhalt kann und darf nicht zur Selbstdiagnostik oder Eigenbehandlung verwendet werden.

Der vorliegende Text wurde den Leitlinien und Patienteninformation der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK) entnommen.
Titel: Proktologische Leitlinien und Patienteninformationen,
Herausgeber: Volker Wienert, Horst Miltz, ISBN: 3-89935-194-0



Drs.med. Schmidt-Lauber/Vonderach, www.gastro-ol.de