STEIßBEINFISTEL


Was ist ein Pilonidalsinus (Steißbeinfistel)?
Der Pilonidalsinus ist eine entzündliche Hauterkrankung in der Kreuz-und/oder Steißbeinregion, die unbehandelt in ein chronisches Stadium übergeht. Im Grübchen selbst finden sich Haarreste und eitrige Flüssigkeit.

Welches sind die Ursachen?

Ursache sind abgebrochene Haare,die sich durch die Haut in die Tiefe »einbohren« und dort zu einer Entzündung führen. Begünstigt wird die Erkrankung durch starke Behaarung, erhebliches Übergewicht, übermäßige Schweißabsonderung und unzureichende Körperhygiene sowie eine entsprechende erbliche Veranlagung.

Bei welchen Personen tritt vermehrt der Pilonidalsinus auf?
Am häufigsten bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren.

Welche Beschwerden treten beim Pilonidalsinus auf?
Es gibt eine Form, die keine Beschwerden verursacht; es finden sich dann lediglich eine oder mehrere reizlose Hautöffnungen in der Gesäßfurche. Bei der akut auftretenden Form, d.h. bei Abszessbildung, klagen die Patienten über Schwellung und Schmerzen, gelegentlich kommt Fieber hinzu. Bei der chronischen Form leidet der Patient unter ständigen eitrigen Absonderungen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Die Untersuchung der Kreuz- und Steißbeinregion führt zur Diagnose.
Bei der chronischen Form kann bei Druck mit dem Finger auf den Pilonidalsinus Eiter austreten.

Muss ein Pilonidalsinus behandelt werden?
Bei Beschwerdefreiheit ist keine Behandlung notwendig. Bei Beschwerden ist ein operatives Vorgehen erforderlich.

Was geschieht bei einem Verzicht auf Behandlung?
Ein Pilonidalsinus kann akut werden und später in die chronische Form übergehen. Es bilden sich dann Fistelgänge, die nicht abheilen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Eine Behandlung mit Medikamenten ist wirkungslos. Bei der Operation sollte der Sinus großflächig herausgeschnitten werden. Die entstandene Wunde wird in der Regel nicht zugenäht und auch nicht mit anderer Haut gedeckt. Sie heilt allmählich aus der Tiefe heraus ab.

An welchen Arzt kann man sich wenden?
Vorzugsweise an einen Proktologen (Enddarmspezialisten), einen Chirurgen oder einen Hautarzt.


Der vorliegende Text wurde den Leitlinien und Patienteninformation der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK) entnommen.
Titel: Proktologische Leitlinien und Patienteninformationen,
Herausgeber: Volker Wienert, Horst Miltz, ISBN: 3-89935-194-0



Drs.med. Schmidt-Lauber/Vonderach, www.gastro-ol.de